Foodhunter
Mal wieder ein neuses Fernsehformat. Ein Mann rennt, den weißen Kopf immer schön arrogant in der Luft emporragend, durch die Länder Südostasiens. Immer auf der Suche nach dem besonderen kulinarischen Kick. Er verkörpert die ‘futurewasweißich – Küche’. Dafür sucht er immer von einer Einheimischen begleitet auf Märkten, an Straßenecken und im Dschungel nach den sonderbartsen Köstlichkeiten. Dann und wann schließt er Verträge um gefundene Spezialitäten in die USA zu exportieren oder versorgt die Hotelköche der gehobenen Klasse mit außergewöhnlichen Zutaten. Am liebsten würde er ja alles mit nach Hause in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten nehmen, was ihm an Essbarem unter die Fittiche kommt. So zum Beispiel auch diese süßen Kokosbonbons aus Thailand, welche so liebevoll von Hand ins Papier gewickelt werden. Die Technik des Bonbonpapier ums Bonbon wickeln probiert er sogar spontan selbst gleich aus. Will aber nicht funktionieren. Tja, das ist wohl auch kein Produkt für sein Heimatland. Denn dort würden es ja nicht all die armen Frauen und Kinder für einen erbärmlichen Hungerlohn in das hübsche Papierchen packen. Ob er mit seinen Exportverträgen, die er reihenweise schließt, nicht vielleicht die netten, freundlichen Kleinbauern denen er die Ideen so allzugerne klaut, nicht um ihre Existenz bringt, daran hat er wohl noch nicht gedacht. Oder ist er deshalb gerade dort, bevor andere findige Geschäftsmänner ihn der Quellen seiner Inspiration berauben können? Aber eines ist sicher: immer kocht der nette Mensch an irgendeiner Straßenecke die Gerichte der Einheimischen gleich mal für diese nach. Die lächeln dann fröhlich in die Kamera und tun so, als ob sie soeben etwas außerordentlich fabelhaftes und bahnbrechend neues der Welt der Genüsse kennengelernt hätten. In Asien hat die Höflichkeit eben Tradition.
Brandgefahr
Wird im Alltag ja häufig unterschätzt. Hört man immer wieder. Schön und gut. Das nimmt man wahr und nimmt sich vor, selbst gewissenhaft immer Herdplatte und Bügeleisen auszuschalten, wenn man den akuten Gebrauch solch nützlicher Dinge vorerst beendet. Man hängt ja schließlich an Dingen wie materiellem Besitz in Form von Möbeln, wichtigen Unterlagen, Prestigegegenständen wie Fernsehgerät, Laptop oder wunderschöner Handtasche. Dann noch die ganzen netten Kleinigkeiten des Alltags, zu denen mitunter beachtliche emotionale Beziehungen im Laufe der Jahre aufgebaut wurden. Letztendlich schätzt man natürlich den Wohmraum, das Dach über dem Kopf und auch das eigene Leben recht sehr. Auch das der Mitbewohner. Moment, des Mitbewohners, der es innerhalb von zwei Tagen unübertreffbare 2 Male schafft, dass Haus anzuzünden? Mit ein und derselben kleinen ‘Lapalie’, von der man meint der gesunde Menschenverstand schütze vor solchen Gefahren automatisch. Kämpft der menschliche Organismus dermaßen nachlässig gegen eine Urangst, wie es das Feuer darstellt, an? Unvorstellbar. Und zu guter Letzt ist doch vollkommenes Unverständnis für die Situation das Letzte, womit man in selbiger umgehen kann. Hier also ein kleiner Appell an unsere, in der westlichen Industriewelt immer deutlicher verschwindenden Instinkte: Unterschätzt niemals die Schmorbrandgefahr, die die Kombination Kunstoff + Glühbirne logischerweise in jeglichem Falle ergibt! Unterschätzt niemals die Gefahr die von von uns allen ausgehen kann und die wir so leicht ignorieren oder für uns selbst glauben ausschließen zu können! Halleluja!
ein neuer Montag
Das bedeutet eine neue Woche. Nicht mehr und nicht weniger. Die letzte Woche konnte ich ja zum Glück gut beschließen, mit einer bestandenen Prüfung und anschließend auch begießen auf der Hochzeitsfeier. Doch jetzt drängt’s zum erneuten Lernen, die neue Woche sagt’s mir mit dem blöden Montag deutlich mitten ins Gesicht. Das Wetter ist allerdings viel zu schön, um sich hinterm Schreibtisch zu verkriechen. Am besten ich sammle erstmal Energie und frische Luft bei einem gemütlichen Spaziergang in/um Niederzell. Am besten gleich, bevor der Regen doch noch kommt…
tentti
Der Abend davor. Weißwein beruhigt und die Tasche ist dann langsam auch gepackt. Ja, ich genehmige mir ein paar erlesene Tage Heimat, lege eine Pause ein, nach der ersten der beiden die Ferien überschattenden Prüfungen. Fazer sininen, Tangomusik und das ein oder andere Värttinä-Album unterstützen mein Gedächtnis sicherlich und beschwören über Nacht all das herauf, was ich dann doch versäumt habe zu lernen… zumindest wehmütig macht der Tango und seensüchtig… Ergebnisbericht folgt selbstverständlich alsbald wie möglich. Es könnte allerdings eine Hochzeit dazwischen kommen. Ja, sieht ganz danach aus, als würde aus mir langsam ein Hochzeitsjunkie, aber was kann ich denn dafür, wenn das momentan so in ist?!? Man kann ja auch nicht einfach so absagen… Aber, bald ist das ja eh ne ganz andere, allem voran eine triviale Geschichte. Auf sieben Jahre begrenzt, nicht wahr Frau P.? Hätte der böse Wolf mal nich die sieben Geißlein gefressen, dann hätte es die arme Menschheit wohl leichter miteinander. Was so verflixte magische Zahlen nun der Liebe dank Vater Staat anzudrohen versuchen, ts ts ts!
motivation
Weshalb weiß man beim Schlafengehen nie was für eine Art Lerntag -oder eben auch nicht Lern, sondern nur Tag- einem bevorsteht? Es gibt zwei Hauptsorten, soviel ist sicher. Die eine kennzeichnet sich dadurch aus, dass man unbedingt früh aufstehen muss, sonst schafft man nicht eine einzige Vokabel, geschweige denn komplexeres. Die zweite Sorte offenbart sich langsam und schmerzaft über den kompletten Tag verteilt. Essen, Trinken, Schlafen, in der Gegend rumliegen und Essen, in der Gegend rumliegen und Trinken, in der Gegend rumliegen und Schlafen, etc, etc. Bis so gegen zehn halb elf Uhr abends (gerne auch noch später), da kommt dann nämlich plötzlich das liebe Fräulein Motivation doch noch vorbei. Nur blöd, dass man da schon so langsam müde wird, ist man doch schließlich früh aufgestanden, hätte es doch auch ein Kategorie-eins-Tag sein können außerdem hat man einen anstrengenden Tag hinter sich (s.o.). Dann doch lieber nur Tag-Tage, ohne Lern-… denkt sich die Verfechterin der Kontinuität und gähnt
RÖLLI
was will mir der kleine troll nur damit sagen, fragte ich mich, als ich ihm im finischen supermarkt beim käsekühlregal zum ersten mal begegnete. doch nicht etwa, dass ich in einem früheren leben als troll durch die tiefen der finnischen wälder getrottet bin und lustige lieder gekrächzt habe??? aber ich danke selbstverständlich vielmals für das einfinnischen meiner wenigkeit! ich fungiere wie ein übliches lehnwort: (meist) gleiche schreibweise, eine dem finnischen angepasste artikulation plus i – hurra!
Sommerzeit adieu
So, nach einer Woche zurück in München habe ich mich ganz gut aklimatisiert würde ich mal behaupten. Den Junggesellinnenabschied können wir als vollen Erfolg auf unserem Organisationstalentekonto verbuchen, es war wirklich ein unvergesslicher Abend für uns alle. Obendrein habe ich es außerdem gleich am Montag geschafft, mir ein hübsches Outfit für die Hochzeitsfeier zu kaufen und ganz nebenbei habe ich noch einen Traum von einer Handtasche erstanden. Dass mein Haushaltspensum für September darunter enorm gelitten hat, muss hier wahrscheinlich gar nicht erwähnt werden…
Seit Dienstag verwirre ich meine Umwelt mit einer Veränderung, die ungeahnte Reaktionen auslöste: Ich trage Kontaktlinsen. Aber wie mich meine Oma deshalb am Telefon – trotzdem, dass ich meinen Vornamen genannt habe! – mit meiner Cousine verwechseln konnte, ist mir ein Rätsel. Einen so heftigen Einschnitt in die gewohnten Interaktionsmuster hätte ich wirklich nicht erwartet! ;)
Was mir bis zu diesem Moment allerdingas noch immer nicht recht gelingen will, ist die Rückfindung zu meinen Studentenpflichten, die nicht gerade wenige sind diese Ferien. Aber das war ja auch zu erwarten… Ganz im Gegensatz zu dem Wintereinbruch, na gut, es ist doch nur der Herbst, aber da ist der Winter nicht mehr weit! Jetzt könnte man ja denken, dass schlechte Wetter liefere Motivation zum Arbeiten und Lernen, aber soviel positive Kraft steckt selbst in eisigem Dauerregen und Hagelschauern nicht drin. Aber ich werde mich nun meinem Schicksal fügen und ein paar Bücher aufschlagen und mit dem Lernen beginnen. -Nach dem Frühstück, natürlich!
PS:
wer sich nach wohltuenden Komplimenten sehnt und gerade voll unentspannt und gestresst sein Dasein fristet, dem empfehle ich nach wie vor einen Finnlandaufenthalt!
Ich komm gar nicht mehr raus aus diesem Oh-siehst-du-aber-entspannt-und-ausgeglichen-und-erholt-aus-Regen, der sich tagtäglich über mein Haupt ergießt. Dabei hab ich durchaus was für meinen Wortschatz und meine Sprachgewandtheit getan in Kuopio, ganz so wahr ist das ja dann doch nicht mit der puren Erholung!

