Zumindest in zehn Tagen. Ja, da wach ich morgens auf und plötzlich ist dieser Gedanke in meinem Kopf: ‘O mein Gott, zehn Tage! Das sind zehn Tage, das ist verdammt wenig, das ist genaugenommen fast nichts!’ Hallo Tag, also. Tag 10 vor der Abreise. Wie steht’s also mit den Vorbereitungen? ‘…läääuuuft…’ würde der Strombergschauer sagen. Ja, ich habe an die zehn verschiedenen Listen (passend, zum Tag 10 v.d.A. -aber die Listen dürften wachsen, während die Tage in ihrer Zahl schwinden, unaufhaltsam, versteht sich). Ich habe ein zweites Handy organisiert, eine ungarische Simkarte geerbt, dank meinem Technikhelden mit ungarischem Sprachmenü und somit ungarischem T9 (unbezahlbar, das is mir jetzt schon klar), die wichtigsten Nummern sind eingespeichert, nämlich meine eigene, die der Mitbewohnerin und der liebsten Gastschwester sowie die Kurzwahl zur Kontoabfrage. Weiterhin plane ich die Abschiedsüberraschung für die liebsten Freunde, habe alle Bibliotheksbücher auf einem Stapel zusammengetragen, um ihn im Laufe der Woche zu seinem Besitzer zurückzuSCHLEPPEN – Weshalb hab ich so verdammt viele Bücher hier?! Wohl schlichtweg deshalb, da ich die einzelnen Exemplare immer verlängere und verlängere, um nicht extra in die Bib latschen zu müssen zum Zurückgeben. Nein, das ist nicht unfair den anderen Studenten gegenüber, es gibt immerhin eine Vormerkfunktion. Außerdem wollte ich die Hausarbeit ja wirklich schreiben, doch irgendwie… Naja, das kennt man ja. Ja, selbst um solch pragmatische Dinge wie Bankkonten und Auslands-Baföganträge habe ich mich (teilweise immerhin ansatzweise) gekümmert. Bleiben ja auch noch 10 Tage.
Die momentan wichtigste Frage erscheint mir jedoch die folgende zu sein: Welche Bücher nehm ich bloß mit? Ja, Wörterbücher natürlich, Ungarisch und Finnisch, Grammatik auch je eine. Soweit alles klar. Auf der siebeneinhalb Stunden dauernden Fahrt habe ich doch die perfekte Gelegenheit, mich erneut mit Thomas Mann anzufreunden. Das ist zwar bereits der dritte Versuch dann, aber zu meiner Verteidigung kann ich sagen, dass der erste in der Verfilmung von ‘Tod in Venedig’ daherkam. Der Ton war eingeschaltet, aber die haben wirklich nix geredet! Nummer zwei war ‘Der Zauberberg’. Allerdings war es mein Fehler, dass ich das Buch während einer freizeitvollen Zeit anfing, sich die Freizeit jdeoch ganz bald in Stress verwandelte und ich einfach nur noch sehr sporadisch zum Lesen kam. In der Mitte, oder irgendwo drumherum, hab ich’s sein lassen. Also, ich denke eine Zugfahrt solchen Ausmaßes ist perfekt. Ungarische Literatur nehme ich selbstverständlich nicht mit. Die kaufe ich mir schließlich dort. Eine sinnvolle Überlegung ist es meiner Meinung nach, vorwiegend kleine Bücher mitzunehmen. Da die bisher genannten, durchaus nicht in diese Kategorie passen, entscheide ich mich wohl für Brechts ‘Baal’, den Heine Gedichtband, obwohl, dann muss Hilde Domin auch mit. Dann noch ‘Pole Poppenspäler’ (kleiner geht’s ja kaum!) und dieses schöne Zufallsschnäppchen, dass ich mit My im Zweitausendeins erstanden habe: ‘Die Schwalben von Kabul’ von Yasmina Khadra. Das reicht doch sicher, bis ich zum ersten Mal wieder zurückreise, dann kann ich die ja gegen andere eintauschen. Aber es erfüllt mich doch mit Unbehagen, dass ich über einen so langen Zeitraum hinweg nicht all meine Bücher um mich haben kann. Ihre Anwesenheit beruhigt einfach ungemein und ich könnte jederzeit jedes beliebige aus dem Regal nehmen und darin lesen. Musik brauche ich natürlich auch noch, na dann zieh ich mir doch jetzt gleich mal ein paar Lieblings-CDs auf den Rechner…

phistame

20.01.2008

schnurps

Die neueste Erkenntnis lautet: ich bin wetterfühlig. Zumindest was es Maiwetter Mitte Januar angeht. Als eindeutige Symptome habe ich Schlaffigkeit, Müdigkeit bis zum Umfallen (besonders tragisch, denn sobald ich liege schlafe ich auch schon) und grauenvolle Kopfschmerzen, die mich seit Tagen am Aufstehen hindern, festgestellt. Nun geht das seit Tagen, dank des sinuskurvenartigen Kalt- und Warmwetterwechsels (stimmt, ich habe keine Ahnung von Sinuskurven). Gabs nich früher sowas wie Schnee? Und sorgte der nicht dafür, dass es kalt war? Ich meine kontinuierlich, am Stück, über gewisse Zeiträume hinweg. Da hatte ich zwar auch nicht gerade blendende Laune, da ich Winter nicht mag, aber es war eine gewisse Gleichförmigkeit vorhanden, die ich in meinem Leben doch irgendwie schätze, gar nicht so gering übrigens. Aber jetzt durchlebt das liebe Klima wohl seine Pubertät (Wechselbad der Gefühle, ständige Hochs und Tiefs). Wie lange das wohl dauert? Beim Menschen sind das ja recht überschaubare, sagen wir mal maximal fünf Jahre. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von mmmh, vielleicht 75 Jahren. Um uns jetzt den Schreck zu ersparen – und auch aufgrund meines grandiosen, weltbekannten Mathetalents *räusper* – verzichte ich darauf, dass ganze aufs Klima umzurechnen. Eigentlich wollte ich ja nur meine Diagnose der Wetterempfindlichkeit kundtun. Ich kann also überhaut kein bisschen dafür, dass ich meinen studentischen Pflichten, wie zur Uni gehen oder Hausarbeiten verfassen, unter solchen Umständen eben nicht nachgehen kann. Das wär dann ja hiermit unwiderlegbar bewiesen. Schnurps.

16.01.2008

Plan durchkreuzt

Ich plane, und zwar mit Vorliebe. Alles mögliche, sogar, von wann bis wann ich dusche. Denn davor und danach habe ich gewisse Dinge zu erledigen. Es ist Winter, also doch eher kalt. Ich mache also fünf Minuten bevor ich ins Bad will die Heizung an. In diesen fünf Minuten kommt mit hundertprozentiger Sicherheit ein Mitbewohner (meist sogar ein und derselbe) vorbei und denkt sich wohl ‘Oh, wie kuschelig warm, hier niste ich mich für die nächste halbe Stunde ein!’ Das Problem ist, eine halbe Stunde später steht bei mir was anderes auf dem Plan und mein ganzer Tagesrythmus ist dahin, alles durcheinander und ich weiß nicht wie ich das jetzt alles machen soll, damit es zeitlich passt und überhaupt… Weshalb passiert das jedesmal??? Wenn ich nichts anderes vor habe, dann will doch auch nie jemand ins Bad…

15.01.2008

Ein Hoch auf den

schokobrunnen

Schokobrunnen…

ereilen mich die ersten Zweifel. Liegt meine Wohnung wohl sehr im Industriegebiet? Entschädigt das der Park um die Ecke? Wann gehe ich überhaupt in einen Park? Sieht das Bett nicht doch zu instabil aus? Liegt die Wohnung doch zu weit entfernt vom von mir so sehr geliebten Innenstadtleben? O, ich fürchte schon, die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Wo bitte geht’s zum Seminar ‘Wie ich endlich lerne mich zu entscheiden. In einem vertretbarem zeitlichen Rahmen!’ Existiert das schöne große Fenster in Wirklichkeit oder ist es womöglich reine Fotomontage?!?

08.01.2008

kalte Füße

nur noch 24 Tage

07.01.2008

Lutheus

verantwortungsbewusst, passiv, sanft sprechend, eine Führungspersönlichkeit, wankelmütig. Der Dämon ist ein Schneeleopard.

habe ich im Dezember gelesen. Nachdem ich freudestrahlend das absolute unter 5 € Schnäppchen gelandet hatte legte ich auch schon los: ‘Vom Risiko ein Skrake zu sein’ des finnlandschwedischen Autors Kjell Westö. Ich fand es eine schön und geheimnisvoll erzählte Geschcihte, die viel zu bald gelesen war. Ich vermisse die Zeit mit diesem Buch richtig. Nachdem ich nun in wenigen Tagen den letzten (irgendwie bin ich da auch froh drüber) Harry Potter verdrückt hab, wollte ich mir eigentlich eisernes Schöne-Literatur-Verbot aufzwingen. Doch das geht nicht. Ich werde gleich aufstehen, diesen bereits wieder verfluchten Schreibtischstuhl verlassen, mich genüsslich vorm Bücherregal positionieren, meine Wahl treffen und mit ner Kanne Tee und dem erwählten Werk schnurstracks zum Bett pilgern… Eine gute Nacht allseits!

03.01.2008

Jahreswechsel

Jahreswechsel

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