19.01.2009

Wochenstart

Seit Wochen schon, ziehen diese ekelhaft grauen, kalten Wochenstarts an mir vorbei und nehmen mich nicht mit. Ich bleibe mit eisernem Arbeitsverweigerungswillen im Bett liegen und schlafe, schlafe, schlafe. Wenn ich mich dann endlich doch mal bequeme aufzustehen, quält das schlechte Gewissen unerträglich. Leider bringt das auch keine Motivation mit sich. Vor allem nicht für Erledigung der Sachen, die ich dringend erledigen muss, andere Sachen gehen meist ganz gut voran. Meine Lernfähigkeit scheint mir geblieben und so versuche ich es, wie Frau Ansku, mit einem musikalischen Mantra ganz im Sinne der Vorfreude auf das Konzert.

18.01.2009

rostbraten

my love

17.01.2009

Metroansichten

Heute im Untergrund bemerkt: mir gegenüber ein Mann mit einer Zeitung des Typs wenige aber große Buchstaben & viel Bild die wie folgt betitelt war: Die Krise macht uns krank. Mir schräg gegenüber eine Frau mit einer Zeitung, die die auf der Landkarte unten liegende Hälfte des Landes im Namen trägt und dort steht neben dem Leitartikel: so gesund kann die Krise sein. Auf meinem Gesicht zu lesen: ein Schmunzeln. Auch zum Schmunzeln, wie das kleine Mädchen am Bahnsteig gegenüber ihrem großen Bruder zuwinkt und neben der anfahrenden Metro herläuft, als handle es sich um eine Bahnhofsabschiedsszene.

Wir leben seit mehr als drei Jahren in dieser Stadt und somit auch zum ersten Mal in diesem doch leicht von unserer Heimatkultur abweichenden Bundesland. Im Supermarkt um die Ecke versuchten wir seitdem in regelmäßigen Abständen Bauchspeck zu kaufen. Da wir ihn in keinem der zahlreichen Regale finden konnten, fragten wir beim Fachpersonal nach. Aber immer erhielten wir die gleiche verneinende Antwort und nach unseren Beschreibungen des gesuchten Produkts einen Verweis auf Schinken. Wir wollen keinen Schinken, Bauchspeck ist was anderes! Wir wunderten uns auch nicht schlecht, dass die Leute sich das gerade hier entgehen lassen, passt es doch super zur regionalen deftigen Küche. Naja, wir gaben jedenfalls nicht auf. Heute haben wir dann nach drei Jahren und einigen Monaten des Ausharrens erfahren, wo der Hund begraben liegt: der Einheimische nennt den Bauchspeck Wammerl! Wieder ein Stück Kultur erarbeitet, ein neues Wort einer Fremdsprache kennengelernt und ich gebe zu, es ist verdammt süß und analog zum Schwammerl leicht im Kopf zu behalten.

Diese nette Geschichte nehme ich mal zum Anlass, ein kleines Quiz zu meiner Muttersprache zu starten und frage nach der hochdeutschen Bezeichnung für Latwerge – und freue mich auch über alle anderen regionalen Formen, die dasselbe benennen.

07.01.2009

städtetrip

Für unseren Frühjahrs-Städtetrip (wir besuchen nur eine Stadt, auch wenn dieses Wort mit dem Plural eine lange Reise durch halb Europa vorgaukelt) bekam ich zu Weihnachten schonmal einen den besten Reiseführer den wir uns so wünschten. Schnell hatte ich ein ausgeklügeltes & praktisches System, um die unbedingt notwendigen nicht auszulassenden Sehenswürdigkeiten/Parks/Cafés etc. der Stadt der Liebe von denen zu trennen, die man bei genügend übriggebliebener Zeit noch ganz spontan vor Ort in den hohen Status ‘von uns besichtigt’ erheben kann. Erstere werden im Reiseführer auf der jeweligen Seite mit rosa Klebchens versehen – inklusive kurzer Stichpunkte, die betonen/in Erinnerung rufen/den mitreisenden Liebsten davon überzeugen, weshalb sie unbedingt mit ins “Programm” müssen. Die anderen kriegen gelbe Klebchen verpasst. Gestern abend hab ich mich dann mit Buch, Stift, Klebchen in zwei Farben und Weißwein an mein Werk gesetzt. Heute erstrahlt der Reiseführer in neuem, prächtigem Rosa. Soweit so gut! Das allein würde wahrscheinlich 4 Wochen ausfüllen (vorausgesetzt man will nich unbedingt schlafen. Oder was essen. Oder trinken.). Aber ich habe natürlich noch einen Reiseführer mit literarischen Spaziergängen sowie – selbstverständlich – das Buch ‘Mit Proust durch Paris’ gekauft. Die wurden heute geliefert. Muss ich noch erwähnen, wie sehr ich mich auf die Reise freue? Ich denke nicht. Jetzt muss ich nur noch die täglichen 30 Minuten zum Französischauffrischen eisern durchstehen und versuchen möglichst viel von Proust, Sartre, Hemingway, Molière, Zola, Scott F. Fitzgerald und einigen wenigen vielen anderen zu lesen… Heureka!

07.01.2009

winterpause

Nachdem ich die letzten paar Ferientage ausschließlich mit Winterschlaf & Lernen/Lesen verbracht habe, ist jetzt wieder Alltag angesagt und so sollten hier auch mal wieder einige neue Zeilen (mehr oder weniger regelmäßig, eben wie gewohnt) erscheinen. Ich freu mich drauf & begrüße alle im neuen Jahr und wünsche selbiges heiter und fröhlich zu erleben!

01.01.2009

Jahresstöckchen I

Frau Ansku wirft aus dem alten Jahr ein Hölzlein herüber und Frau phistame reflektiert:

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
9,5 – wenige Ausnahmen, die die vielen tollen Augenblicke mit lieben Menschen nur wenig trüben können

2. Zugenommen oder abgenommen?
beides, in der ersten Hälfte abgenommen, um zum Ende hin nicht mehr von den irgendwann angesetzten Pölsterchen loszukommen (das schreit nach gutem Vorsatz ich weiß – is heut aber zu spät dazu :) Da die Vorsätze aber sowieso immer irgendwann über Bord geworfen werden, habe ich so vielleicht ne Chance…)

3. Haare länger oder kürzer?
deutlich kürzer, ganz anderer Typ und vom braven Mädchen hin zum Fraulichen, Jugend und Eleganz halten sich gut die Waage – ich bin begeistert und beim Blick in Spiegelflächen zufrieden

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Weitsichtiger, man lernt eben täglich dazu

5. Mehr Kohle oder weniger?
zwischendurch mal mehr, fleißig ins eigene Erscheinungsbild investiert und mal etwas auf größerem Fuß mit besserem Essen etc. gelebt, im letzten Monat sah’s dann gewohnt flau aus

6. Besseren Job oder schlechteren?
besser, mit der besten Chefin die es nur gibt

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
mehr (s.o.)

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Mmmh, nicht wirklich gewonnen, aber das Neubauten-Freiticket in Budapest kam vom Gefühl her nahe an einen Gewinn ran

9. Mehr bewegt oder weniger?
mich? mehr, fünf Monate im 4. Stock gewohnt – ohne Aufzug; außerdem hab ich die Stadt bevorzugt zu Fuß erkundet

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
ich erinnere mich an einige Tage mit blöder Sommererkältung inklusive zweier Fiebertage

11. Davon war für Dich die Schlimmste?

12. Der hirnrissigste Plan?
mal wieder zu viel gleichzeitig erleben zu wollen – sorgt aber für viele tolle Unternehmungen, darüber is das Betrübtsein darüber, etwas nicht geschafft zu haben fast schon vergessen

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Milseburgaufstieg bei Glatteis

14. Die teuerste Anschaffung?
drei neue Bücherregale und Schuhe

15. Das leckerste Essen?
die Auberginen im Mai & Juni aus der großen Markthalle vom Stand meiner favorisierten Gemüsehändlerin & frische kolbász

16. Das beeindruckendste Buch?
Kartographie hat mich begeistert, aber Frischs Homo Faber, Bölls Ansichten eines Clowns und Ibsens Nora oder ein Puppenheim waren klasse und Ulysses ein einmaliges Meisterwerk der Sprache

17. Der ergreifendste Film?
einigen wir uns auf Theaterstück: Wedekinds Lulu im Pesti Színház

18. Die beste CD?
oasis: dig out your soul
kings of leon: because of the times

19. Das schönste Konzert?
Einstürzende Neubauten im Bauch eines Donauschiffs

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
dem Liebsten

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
dem Liebsten, der Familie, Freunden

22. Zum ersten Mal getan?
veröffentlicht

23. Nach langer Zeit wieder getan?
gebastelt

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Missverständnisse, Ärger, nervige Franzosen

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
das Leben auch zu hinterfragen & Selbstreflexion; dass man kochen einfach macht um es zu können und nicht können muss um es tun zu können

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
ex-libris-Stempel

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Elternschaft für meine Tante & meinen Onkel, meine Stimmungslampe

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
das weiß dMmdPSSS

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
s.o.

30. Dein Wort des Jahres?
Kappes

31. Dein Unwort des Jahres?
Krise

32. Dein Liebglingsblog des Jahres?
siehe Blogroll

33. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchem vor vorigen Jahr!
is mein erstes

01.01.2009

gut, besser,

am Neujahrsmorgenmittag bei wundervollem Flauscheflocken-Schneefall erwachen und gleich ‘ne Runde weiterschlafen…

Frohes Neues euch lieben Lesern und einen gemütlichen Start in das so schön leise anbrechende Jahr 2009!

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