Not macht nicht immer auch erfinderisch
Zuerst gab es das hier – mag man von halten, was man will. Aber, dass dann dies (so offensichtlich und dabei so dilettantisch nachgemacht) folgt, ist einfach nur noch peinlich.
Rauchst du noch oder isst du schon?
Gestern war ich für ein gemütliches Bierchen in der heimischen Stammkneipe verabredet. Beim familiären Abendessen davor dachte ich schon wehmütig daran, dass ich zu meinen Biers sicher nicht genug Hunger haben würde um eine traditionelle Schinkenkäsetoastoffenbarung dort essen zu können. Als wir dann dort waren, war der Keller wieder zum Raucherlokal geworden – nachdem die Raucher ja ungefähr ein Jahr vor die Tür verbannt worden waren. Immerhin ein Fortschritt, dachte ich, dass der Wirt jetzt bezüglich seiner eigenen Kneipe auch selbst entscheiden kann. Mein Schulfreund hatte natürlich auch ein Schinkenkäsetoast im Sinn und als er es bestellte bekamen wir zur Antwort ‘Tut mir leid, aber das darf ich ja nicht mehr, wenn hier geraucht wird.’ Aha. Naja, hauptsache der Umsatz stimmt und den scheinen ja eindeutig die Raucher zu liefern. Und schlank macht’s ja auch.
zu Kreuze kriechen
Absoluter Wahnsinn ereignet sich ja erfahrungsgemäß während des Ausübens augenscheinlich simpler Tätigkeiten. Wie zum Beispiel beim Unterschreiben eines Vertrages in sechsfacher Ausführung. Schlimm genug, dass ich mich allein dafür (ok, die überfälligen Bücher hab ich dann nebenbei eben auch gleich der Bibliothek zurück gegeben) durch den Schneesturm zur Uni kämpfe mit der Metro fahren lasse. Angekommen schaut die Kereszt néni so, als hätte sie mich noch nie im Leben gesehen. Ich weise freundlich lächelnd darauf hin, dass ich zum Unterschreiben gekommen bin. Sie mault zurück, dass ich am Freitag kommen soll. Ich sage noch beherrscht aber mit bestimmt kraftvoller Stimme, dass wir vor zwei Tagen aber vereinbart haben, dass ich heute vorbeikommen soll (ihre Bitte, nicht mein Wunsch!) um zu unterschreiben und dass ich allein deswegen heute ins Institut gekommen bin. Sie bittet pampig um ne Viertelstunde Bearbeitungszeit. Ich lasse mich also von der weltbesten Chefin ein bisschen aufmuntern indem ich mir ihre letzten AbentUngeheuerlichkeiten mit der lieben Kereszt néni erzählen lasse und im Handumdrehen lächle ich wieder fröhlich, obwohl die liebste Chefin mit dem Kollegen zum Mittagessen verabredet ist und mich in der Höhle Hölle des absoluten Wahnsinns zurücklassen muss. Ich lese Proust und als die Schritte nicht über den Gang an mir vorbeitappen, sondern tatsächlich zu mir finden, ist eine dreiviertel Stunde vergangen und der Vertrag wedelt vor meiner Nase hin und her. Die liebe Kereszt néni hat in 10 Minuten Feierabend & sich um einige bereits abgearbeitete Stunden zu meinen Ungunsten verrechnet. Ich weise sie freundlich darauf hin, sie verschwindet und zählt von vorne meine Stunden nach. Ich warte. Ich entdecke einen weiteren Fehler in einem von mir zu unterschreibenden Wisch, meine alten Stunden aus 2008 betreffend; ich will ihr hinterher, damit sie das auch gleich ändert doch sie ist zwar nicht zum 3. Mal auf Toilette, allerdings am Telefonieren. Ich warte. Ich knirsche mit den Zähnen und frage mich was daran so schwierig sein soll, einige Zahlen, genaugenommen eine sieben nach der anderen dazu zu addieren. Mir fällt auf, dass die Tür, die die Sicht auf den Flur freigeben würde von ihr geschlossen wurde, als sie zurück in ihr Zimmerlein ging und so überlege ich, ob es ihr tatsächlich an derartiger Dreistigkeit zu unterstellen sein kann, dass sie jetzt sang- und klanglos einfach nach Hause tippelt. Zehn Minuten nach ihrem Feierabend kommt sie doch noch herein. Der Vertrag ist ok, ich weise auf den anderen Fehler hin, sie verschwindet. Binnen Sekunden hab ich meine sechs Unterschriften gesetzt, gehe über den Flur – begrüße die Chefin, die vom Mittagstisch zurück ist und leicht verwundert dreinschaut – und will den neu ausgedruckten Wisch über die alten Stunden unterschreiben. K. néni beginnt ihn auszudrucken, ich warte, ich unterschreibe, sie braucht noch ne Unterschrift auf nem dritten Formular, ich warte, sie druckt, ich warte, ich unterzeichne. Sie zählt alles nochmal genau nach. Zum Abschied ist sie so freundlich mir tatsächlich zu versprechen, dass sie sich darum kümmere, die Sachen zu bearbeiten. Ach, wie nett, Danke! Früher, ja da dachte ich noch für sowas sei die K. néni da, aber mittlerweile habe ich einiges dazu gelernt, wenn es darum geht, zu Kreuze zu kriechen. Ich warte dann mal auf die Bearbeitung…
PS: Neues von der K. néni gibt es frühestens in anderthalb Wochen, altes gibt es zum fröhlichen (schauerlichen?) Nachlesen.
Mitbewohner zugelaufen
Alos, das blaue ist meine Sofakuscheldecke. Da drauf lag heute Abend ‘Katzi’, die – wie wir vermuten – Katze aus der näheren Nachbarschaft. Heute kam sie, wie bereits einige Male zuvor bei uns ins Haus gestiefelt, doch machte sie es sich zuerst unten auf der Couch bequem und hielt Nickerchen und anschließend schien sie sich so zu Hause zu fühlen, dass sie bis nach oben ging und sich direkt meine Kuscheldecke unter die Nägel Krallen riss. Die süße Schnurremurremieze wollte einfach nicht mehr gehen. Sie hat den Tatort mitangeschaut, wollte auf unsere Pizzateller springen und schlief letztendlich tief und fest auf dem Teppichboden. Bei dem Versuch, sie hinauszutragen war sie so verkuschelt, dass sie kaum vom Arm runterwollte und als das dann klappte, bezog sie die Papiermüllkiste als ihr Lager. Was tun wir jetzt bloß? Raus in die Kälte mit dem armen Kätzlein? Aber wir können auch nicht einfach so eine wildfremde Katze behalten… Futter haben wir schließlich auch nicht für sie (aber viel Zuneigung!). Wir haben sie dann in der Kiste raustragen wollen, doch dann hockte sie noch lange vor der Tür und blickte uns mit großem, erwartungsvollem Blick durch die Scheibe an. Wenn sie morgen früh wieder da hockt, dann ist mein Herz restlos erweicht, das sag ich euch! Vielleicht hat sie nämlich gar kein richtiges Zuhause, wo sie sich bei uns so wohl fühlt (sie hat auch weder Tatowierung noch Chip).
*miau miau miau
Geschützt: we proudly present
ehe-Gedichte
Holde Maid, dein Haar so flach.
Drum drang aus mir ein stilles “Ach!”
Drüsenwitze, Wüsendritze
Da hör’ ich Milch in deinen Brüsten blubbern,
Und muss mich so an meinem Hoden schubbern.
Holdriho!
Ain Dichter
verschluckt
Zum feierlichen Anlass des möglicherweise letzten Tages der Menschheit auch mal wieder ein Eintrag von mir. Ich hoffe ja doch, dass es nicht der letzte ist und ich morgen nicht ins Schwarze Loch geschlürft werde. Ich hab ja keine Ahnung von den Teilchenbeschleunigern und auch nicht von den Schwarzen Löchern. Aber da geht es ja den meisten ähnlich, denn wer schonmal eins gesehen hat, der wird es wohl kaum überlebt haben. Doch wenn ich morgen im Radio tatsächlich vernehmen sollte, dass sich ein Loch gebildet hat und nun unaufhaltsam alles verschlingt, dann werde ich herzlichst schallendes Gelächter von mir geben und dem Ende der Welt mir den Bauch haltend und mich auf dem Boden kringelnd entgegensehen. Blöd is nur, dass derjenige, der vom Schwarzen Loch berichten könnte, zu dem Zeitpunkt ja schon in die Weiten des Universums katapultiert wurde… welch ein Dilemma, tststs. Nett finde ich es jedenfalls – und unheimlich notwendig! – dass die das in der Schweiz mal ausprobieren obwohl keiner weiß wie das enden wird, nur viele Theorien haben wie es ausgehen könnte. Unser Leben bleibt also bis an’s Ende unvorhersehbar und wahnsinnig spannend. Dann vielleicht bis morgen, vielleicht auch nicht, darüber entscheiden nicht wir und auch nicht der liebe Gott sondern die netten Herren Wissenschaftler in dem Land, wo Käse und Schokolade wachsen (Ob es was nützt, das Spektakel auf “neutralem” Boden zu veranstalten? Lässt sich ein Schwarzes Loch davon beeindrucken? Fragen über Fragen…)
Und: was sagt man eigentlich so Angemessenes zum Ende unseres Daseins?
Urlaubsreihe: Kuriositum Teil I
Hier in Schlüchtern liest man in den meisten Haushalten die regionale Tageszeitung. Auch ich beginne, wenn ich im Lande weile, den Tag im Allgemeinen mit dem obligatorischen Kaffee und der Lektüre des benannten Blattes. Da sich immer (wirklich wahnsinnig verlässlich!) die kuriosesten Geschichten darin finden, dachte ich mir, das könne man nun wirklich keinem vorenthalten, bloß weil er nich in diesem schönen Streifen Hessens hockt. Die neue Urlaubsreihe ist geboren und die lieben Leser dürfen sich ab sofort mitamüsieren:
Betrunkener fällt Baum – Mopedfahrer wollte die Polizei fernhalten
… Ein Mopedfahrer teilte den Beamten telefonisch mit, dass er soeben eine Eiche gefällt habe, die jetzt die Durchfahrt auf der Kreisstraße versperre. Der offensichtlich betrunkene Anrufer gab an, damit den Polizeipatrouillen ein Ende setzen zu wollen. Tatsächlich fand die Polizei bei ihrem Eintreffen einen Baum quer auf der Straße vor. Den Verursacher trafen die Polizisten wenig später an einer Gaststätte im Ort an. Der 58-jährige Mann zeigte sich uneinsichtig. Er wurde vorläufig festgenommen … KN, 05VIII2008
Den Führerschein hatten sie ihm natürlich vor einiger Zeit schon abgenommen, daher wahrscheinlich sein Bedürfniss, das Gebiet in dem er sich weiterhin mit dem Moped bewegen wollte durch Baumstumpf-Fallen vor den Gesetzeshütern abzuriegeln und ein Durchkommen derenseits unmöglich zu gestalten. Vielleicht hätte er besser nicht angerufen?
verschwindibus mirakulux
Den Anfang der Misere bildeten meine heißgeliebten von allen bewunderten türkisblauen Klimperarmreife. Die hab ich bei der Bowlingbahn liegenlassen und irgendein Arschloch, das ich noch heute dafür täglich mindestens 100 Mal verfluche, hat sie natürlich mitgenommen und nicht an der Rezeption/Theke abgegeben. Solidarisch mit diesen schmucken Schmuckstücken erklärte sich eine himmelblaue Haarspange der liebsten Freundin. Als zweites verschwanden auf sehr unfeine Art und Weise 15 Euronen aus meinem Geldbeutel, der sich in meiner Handtasche befand. Solidarisch mit meinen Mäusen erklärten sich weitere 60€ eines in dieser Nacht ebenso fröhlich feiernden Mitbewohners der WG in der die Party stattfand. Heute wollte ich auch mal ein so schönes Mosaikbild von unseren Freunden, den Paprikapflanzen hier reinstellen und stellte fest, dass ich meine Kamera seid besagter Party nicht mehr gesichtet habe. Auch das Auf-den-Kopf-stellen unseres Hauses lieferte kein zufriedenstellendes Wiedersehenserlebnis. Ich hoffe nun zum Ersten, dass nicht schon wieder jemand mit mir sich solidarisch erklärt leiden muss und zum Zweiten, dass der Scheiß endlich aufhören soll! Ich besitze meine Besitztümer nämlich durchaus sehr gerne.
*suche Wutabbaupotenzial bei meiner Hausarbeit und schließe mich in meinem Groll Frau Ansku an



